Weiterbildung neben dem Beruf: Wie sich das Coaching Lebensmodell von klassischen Programmen unterscheidet

Wer sich neben dem Beruf weiterbilden will, hat die Wahl zwischen sehr unterschiedlichen Formaten. Am oberen Ende stehen berufsbegleitende Studiengänge mit Präsenzphasen, Prüfungen und einem anerkannten Abschluss. Am unteren Ende stehen Onlinekurse für 49 Euro, die niemand zu Ende schaut. Dazwischen liegt ein großer, unübersichtlicher Bereich, in dem sich seriöse Anbieter und Glücksritter mischen.

In diesen mittleren Bereich fällt auch das Coaching Lebensmodell von Lukas Fischer. Es vermittelt keinen akademischen Abschluss und will das auch nicht. Sein Ziel ist begrenzt und dafür klar benannt: Menschen aus klassischen Angestelltenberufen sollen nebenberuflich in die digitale Beratung einsteigen können.

Was das Programm leistet und was nicht

Lukas Fischer arbeitet seit über zwölf Jahren in der strukturierten Beratung. Seit 2021 begleitet er Quereinsteiger, mehr als 1.400 Menschen haben das Programm inzwischen durchlaufen. Über seine Arbeit haben das Unternehmer Journal, das Consulting Magazin und das Gewinner Magazin berichtet, und er ist bekannt aus dem Merkur, der seine Arbeit mit Quereinsteigern im digitalen Vertrieb beschrieben hat.

Angesprochen sind Menschen zwischen 30 und 60 Jahren ohne technischen Hintergrund. Genannt werden Pflegekräfte, Bürokräfte und Beschäftigte aus dem Einzelhandel. Ein Programm, das seine Zielgruppe derart eingrenzt, verzichtet bewusst auf Teilnehmer, und das ist im Weiterbildungsmarkt ungewöhnlich.

Was fehlt, sollte man ebenfalls nennen. Es gibt keinen staatlich anerkannten Abschluss, keine ECTS-Punkte und keine Zertifizierung nach AZAV, mit der eine Förderung über Bildungsgutscheine möglich wäre. Wer eine formale Qualifikation für den Lebenslauf sucht, ist bei einem berufsbegleitenden Studium besser aufgehoben.

Der didaktische Unterschied

Interessant ist das Programm aus einem anderen Grund. Es setzt fast vollständig auf begleitete Praxis statt auf Wissensvermittlung.

Der Ablauf besteht aus vier Phasen: einer Analyse der Voraussetzungen, einer begleiteten Einarbeitung über sechs bis acht Wochen, ersten Gesprächen unter Begleitung mit unmittelbarer Rückmeldung und schließlich der eigenständigen Tätigkeit. Die dritte Phase ist der eigentliche Kern. Rückmeldung direkt nach der Handlung wirkt deutlich stärker als eine Bewertung Wochen später, das ist in der Lernforschung seit Langem beschrieben.

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Wie sich das aus Teilnehmersicht darstellt, beschreibt ein ausführlicher Erfahrungsbericht zu lebens-modell.de. Der Autor schildert unter anderem, dass er den theoretischen Teil schnell verstanden hatte und trotzdem in den ersten Gesprächen scheiterte. Genau diese Lücke zwischen Wissen und Können ist das bekannte Problem klassischer Kursformate.

Abbruchquoten und Verbindlichkeit

Ein Argument für Einzelbegleitung liefern die Zahlen aus dem Onlinekursmarkt. Reine Selbstlernangebote werden von einem großen Teil der Käufer nie beendet. Der Grund liegt selten im Material, sondern in der fehlenden Verbindlichkeit. Wer einen Termin mit einem Menschen hat, erscheint. Wer ein Video offen hat, schließt es.

Berufsbegleitende Studiengänge lösen dieses Problem über Prüfungen und Fristen. Lebensmodell löst es über feste Termine mit einer Person. Beides funktioniert, kostet aber Zeit und Geld. Der Unterschied liegt im Preis und in der Verwertbarkeit des Abschlusses.

Die Preisfrage

Auf der Website sind keine Preise angegeben. Der Anbieter begründet das damit, dass Umfang und Dauer der Begleitung im kostenlosen Vorgespräch festgelegt werden. Aus Sicht eines Interessenten ist das unbefriedigend, weil ein Vergleich mit anderen Angeboten erst nach einem Gespräch möglich wird.

Wer das Gespräch führt, sollte es wie eine Beratung zu einem Studienangebot behandeln: Gesamtkosten, Zahlungsmodalitäten, Dauer, Kündigungsregelung. Ein Anbieter, der diese vier Punkte klar beantwortet, ist prüfbar. Einer, der ausweicht, hat sich selbst disqualifiziert.

Der Aufwand im Vergleich

Ein berufsbegleitender MBA umfasst je nach Programm zwischen achtzehn und vierundzwanzig Monaten, mit Präsenzphasen, Hausarbeiten und Prüfungen. Der wöchentliche Aufwand liegt in vielen Programmen bei fünfzehn bis zwanzig Stunden. Wer das neben einem Vollzeitjob macht, gibt für zwei Jahre einen großen Teil seiner Freizeit auf.

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Das Coaching bei Lebensmodell ist im Vergleich deutlich kürzer angelegt. Die Einarbeitung dauert sechs bis acht Wochen, danach folgt die begleitete Praxisphase. Der wöchentliche Aufwand liegt niedriger, dafür fehlt die formale Anerkennung. Es sind zwei unterschiedliche Investitionen mit unterschiedlichem Ertrag: Ein MBA verändert die Position im Arbeitsmarkt, das Coaching schafft eine Tätigkeit neben dem Arbeitsmarkt.

Für die Entscheidung ist deshalb die Ausgangsfrage wichtiger als der Anbietervergleich. Wer im bestehenden Beruf aufsteigen will, braucht einen Abschluss. Wer die Abhängigkeit von diesem Beruf verringern will, braucht eine zweite Einnahmequelle. Diese beiden Ziele werden im Weiterbildungsmarkt regelmäßig verwechselt.

Wie Skeptiker das Angebot bewerten

Weiterbildungsberatung besteht zu einem großen Teil aus dem Aussortieren unseriöser Anbieter. Deshalb ist ein Bericht interessant, in dem ein Teilnehmer beschreibt, warum ein überzeugter Skeptiker seine Meinung änderte. Er benennt die Punkte, die er geprüft hat, und die Kriterien, an denen er sein Urteil festgemacht hat. Wer selbst eine Entscheidung treffen muss, kann diese Kriterien übernehmen.

Vereinbarkeit mit Vollzeitjob und Schichtdienst

Die häufigste Frage bei berufsbegleitenden Angeboten lautet, ob sich das mit einem Vollzeitjob verbinden lässt. Bei Schichtarbeit wird es besonders schwierig.

Dazu gibt es einen Erfahrungsbericht, der beschreibt, wie Markus T. neben dem Schichtdienst ein realistisches zweites Standbein fand. Der Text ist deshalb brauchbar, weil er die Unterbrechungen nicht verschweigt. Wer eine Weiterbildung neben einem unregelmäßigen Dienstplan plant, sollte mit Pausen rechnen und den Zeitraum großzügiger ansetzen, als der Anbieter es tut.

Der Blick nach sechs Monaten

Für die Bewertung einer Weiterbildung zählt weniger das Zeugnis am Ende als die Frage, was ein halbes Jahr später davon angewendet wird. Ein Test mit Ergebnissen nach sechs Monaten geht dieser Frage nach und beschreibt auch, in welchen Fällen sich der Aufwand nicht ausgezahlt hat.

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Diese differenzierte Darstellung ist der Grund, warum sich ein Blick auf das Angebot lohnt, auch für Menschen, die sich eher für ein Studium interessieren. Sie zeigt, woran berufsbegleitende Formate scheitern, und das ist bei einem MBA nicht anders als bei einem Coaching: an der Zeit, nicht am Inhalt.

Förderung und steuerliche Behandlung

Eine Förderung über Bildungsgutscheine scheidet mangels Zertifizierung aus. Steuerlich sieht es anders aus: Wer eine selbstständige Tätigkeit aufbaut, kann die Kosten für die Qualifizierung in der Regel als Betriebsausgabe oder als Werbungskosten geltend machen. Ob und in welchem Umfang das gilt, hängt vom Einzelfall ab und gehört vorher mit einer Steuerberatung besprochen, nicht im Nachhinein.

Fazit für Weiterbildungsinteressierte

Lebensmodell ersetzt kein Studium und stellt kein Zertifikat aus, das ein Personalbüro einordnen kann. Es zielt auf eine Tätigkeit, nicht auf einen Lebenslauf. Wer einen formalen Abschluss braucht, sollte einen anderen Weg wählen. Wer eine praktische Tätigkeit neben dem Beruf aufbauen will und dafür Begleitung sucht, findet hier ein Format, das die Praxis in den Mittelpunkt stellt.

Das kostenlose Vorgespräch ist der sinnvolle nächste Schritt, um beides zu vergleichen: den erwarteten Aufwand und den erwarteten Nutzen.