Erst die Richtung, dann der Abschluss: Wie Zweitkarriere der nächsten Weiterbildung ein Ziel gibt

Wer beruflich weiterkommen will, denkt in Deutschland schnell an eine Weiterbildung. Ein berufsbegleitender Master, ein Zertifikatslehrgang, ein Fernkurs am Abend. Das ist eine gute Idee, und sie wird noch besser, wenn vorher klar ist, wohin man damit will. Daniel Gerlach stellt diese Frage an den Anfang und lässt den Lernweg folgen, sobald die Richtung feststeht.

Mit Ziel lernt es sich leichter

Jemand arbeitet seit zwölf Jahren im Controlling, im Vertrieb oder in der Verwaltung und spürt, dass er mehr will. Der Gedanke an einen Abschluss liegt nahe, denn Lernen macht Freude und bringt Bewegung ins Berufsleben. Den größten Nutzen hat ein Abschluss, wenn er zu einem klaren Ziel führt. Dann weiß man bei jeder Hausarbeit, wofür man sie schreibt.

Dieses Ziel lässt sich in wenigen Wochen erarbeiten, und zwar neben dem Beruf. Auf der Website von Zweitkarriere steht dazu eine klare Reihenfolge. Dort heißt es zur dritten typischen Ausgangslage: keine radikale Kündigung, kein nächster Kurs auf Verdacht. Erst verstehen, dann testen, dann entscheiden. Gerlach richtet sich damit an Menschen mit Berufserfahrung, die eine neue Richtung suchen und den sicheren Boden nicht vorschnell verlassen wollen.

Der Lernweg als eines von vier Kriterien

Der Prozess, den die Website beschreibt, heißt Wende-Kompass. Er hat vier Phasen. In Woche eins und zwei geht es um Klarheit: Erfahrung, Wünsche und Grenzen werden sortiert, bis ein realistisches Zielbild entsteht. In Woche drei und vier werden konkrete Optionen nach vier Kriterien verglichen, und eines davon ist der Lernweg. Die anderen drei sind Sinn, Nachfrage und Alltagstauglichkeit.

Für Weiterbildungsinteressierte ist diese Einordnung aufschlussreich. Der Lernweg steht hier neben drei anderen Fragen und wird erst gestellt, wenn es um eine konkrete Option geht. Dann lässt er sich auch beantworten. Wer in die Projektkoordination will, kann prüfen, welche Qualifikation in Stellenanzeigen tatsächlich verlangt wird. Wer in die Beratung will, fragt Leute, die dort arbeiten, was sie gebraucht haben. Manchmal ist die Antwort ein Studium. Häufiger ist sie kleiner, als man vorher angenommen hat, etwa ein einzelnes Zertifikat oder ein paar Monate Praxis in einem Projekt.

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Eine ausführliche Beschreibung der vier Phasen mit ihrem zeitlichen Ablauf findet sich bei Wirtschaftspuls Bayern, in einem Beitrag über den Ablauf der Begleitung durch Daniel Gerlach.

Was Berufserfahrene schon mitbringen

Wer sich für einen berufsbegleitenden Abschluss interessiert, hat in der Regel zehn oder mehr Jahre gearbeitet. In dieser Zeit ist einiges zusammengekommen, das in keinem Zeugnis steht. Man hat Budgets verantwortet, schwierige Kunden gehalten, Kollegen eingearbeitet und Projekte zu Ende gebracht, die zwischendurch niemand mehr wollte.

Gerlach beschreibt auf seiner Seite eine Ausgangslage, die dazu passt: Man kann viel und kann schwer benennen, was davon zählt. Zweitkarriere übersetzt diese Erfahrung in ein klares Profil, das auch außerhalb der bisherigen Rolle trägt. Der Satz dazu lautet, Erfahrung sei kein Gepäck, sie sei der Ausgangspunkt.

Für die Weiterbildungsfrage hat das eine handfeste Folge. Wer sein Profil einmal sauber aufgeschrieben hat, sieht, was tatsächlich fehlt. Das ist oft weniger, als man vorher angenommen hat, und schon diese Erkenntnis gibt Auftrieb. Eine Weiterbildung, die genau diesen Bedarf deckt, ist gut angelegtes Geld.

Vor dem Studium steht der Test

Die dritte Phase des Wende-Kompasses läuft von Woche fünf bis acht und heißt Erprobung. Mit Gesprächen, Mini-Projekten und Feedback wird die neue Rolle geprüft, bevor jemand kündigt oder sich langfristig bindet. Eine mehrjährige Weiterbildung ist eine solche langfristige Bindung, zeitlich und finanziell.

Die Website nennt dazu beispielhafte Wege und kennzeichnet sie ausdrücklich als Beispiele ohne Erfolgsversprechen. Eine Projektassistenz, 39 Jahre alt, mit breitem Können und ohne sichtbares Profil, prüft die Richtung Projektkoordination im Nachhaltigkeitsbereich mit einem Portfolio-Projekt und gezielten Netzwerkgesprächen. Eine Pflegefachkraft, 51, testet Patientenberatung und Schulung mit einem Kompetenzprofil und einer Hospitation im Bildungsbereich.

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In beiden Fällen kostet der Test ein paar Wochen und kaum Geld. Danach ist klar, ob die Richtung stimmt und welcher Lernweg dazu passt. Wer sich dann für ein berufsbegleitendes Studium entscheidet, weiß vom ersten Semester an, wofür er abends im Hörsaal sitzt. Das trägt auch durch anstrengende Klausurenphasen.

Wechseln mit Berufserfahrung

Berufsbegleitend Studierende sind häufig Mitte 30 bis Mitte 40. In diesem Alter bringt man für einen Wechsel mehr mit als mit 25, nämlich Erfahrung, Kontakte und ein realistisches Bild von sich selbst. Die Weserbergland-Nachrichten gehen darauf in einem eigenen Text ein und erklären, warum Daniel Gerlach bei einer Zweitkarriere mit 40 oder 50 auf vorhandene Erfahrung setzt. Dort steht auch die Antwort auf die Frage, ob man für eine zweite Karriere noch einmal eine Ausbildung machen muss: nicht zwangsläufig, das ergibt sich aus der Richtung.

Zeitaufwand neben Beruf und Studium

Wer bereits berufsbegleitend studiert oder eine Weiterbildung macht, fragt sich, ob daneben noch Platz für einen Orientierungsprozess ist. Die Website gibt an, dass sich die meisten Schritte in zwei festen Zeitfenstern pro Woche bearbeiten lassen und der Prozess für Menschen mit Vollzeitjob gedacht ist. Wie viel im Einzelfall realistisch ist, wird im Orientierungsgespräch geklärt.

Am meisten bringt die Orientierung vor der Einschreibung. Acht bis zehn Wochen sind im Verhältnis zu einem zweijährigen Studium ein kleiner Aufwand. Sie können dazu führen, dass man ein anderes Programm wählt, einen anderen Schwerpunkt setzt oder feststellt, dass ein kürzerer Weg reicht.

Welche Formen eine Zweitkarriere annehmen kann

Auf die Frage, ob es immer um Selbstständigkeit gehe, antwortet die Website mit Nein. Eine Zweitkarriere kann ein Branchenwechsel sein, eine neue Rolle, eine Portfolio-Karriere oder eine Selbstständigkeit. Es kommt darauf an, was zum Leben, zum Sicherheitsbedürfnis und zu den Stärken passt.

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Jede dieser Formen hat einen anderen Lernbedarf. Für eine neue Rolle im alten Unternehmen reicht oft ein internes Projekt als Nachweis. Ein Branchenwechsel verlangt eher Fachwissen, das sich über einen Lehrgang aufbauen lässt. Bei einer Selbstständigkeit geht es stärker um kaufmännische Grundlagen. Auch deshalb ist es klug, die Form zu kennen, bevor man einen Abschluss auswählt.

Das Orientierungsgespräch

Der Einstieg bei Zweitkarriere ist ein Gespräch von rund 30 Minuten mit Daniel Gerlach. Es geht um die Situation, das gewünschte Ziel und mögliche Hindernisse. Die Website beschreibt es als unverbindlich und ohne Verkaufsdruck. Wer noch nicht weiß, wohin es gehen soll, muss das vorher nicht klären, denn die Begleitung beginnt mit einer Standortbestimmung.

Zum Thema Einkommen äußert sich Zweitkarriere offen. Auf der Seite steht, seriöse Neuorientierung beginne nicht mit Einkommensversprechen, und das Ergebnis hänge von Ausgangslage, Ziel und Umsetzung ab. Für eine Entscheidung, die mehrere Jahre prägt, ist das eine solide Grundlage.

Fazit

Weiterbildung und Neuorientierung gehören zusammen, nur in der richtigen Reihenfolge. Das Modell von Daniel Gerlach klärt zuerst, was jemand mitbringt und wohin es gehen soll, testet die Richtung im Kleinen und fragt dann nach dem passenden Lernweg. Für alle, die gerade zwischen mehreren Programmen wählen, kann ein halbstündiges Gespräch die Auswahl deutlich erleichtern. Wer danach ein Studium beginnt, tut es mit einem Ziel vor Augen und mit entsprechend mehr Freude.